Dort, auf europäischem Festland, herrschten Grundeigentümer über jene, die auf ihrem Land lebten. Ihre Grundherrschaft beruhte auf Gewalt, Zwang oder auf althergebrachten Verträgen, die der grundherrlichen Hauswirtschaft einen Teil der agrarischen oder gewerblichen Produkte zusprachen, die auf ihrem Land erzeugt wurden. Diese personale patriarchalische Herrschaft wurde in verschiedenen Rechtsformen, der Leibeigenschaft, der Fron oder über Pachtabgaben und Steuern ausgeübt. Luxusgüter für die aristokratischen Grundeigentümer wurden mit dem abgepressten Mehrprodukt auf Märkten bezahlt, die der Fernhandel lieferte. Ein etwaiges Mehrprodukt der bäuerlichen Hauswirtschaften, das über der Selbstversorgung und den Abgabeverpflichtungen hinausragte, konnte auf lokalen Märkten veräußert werden. Märkte waren zusätzliche Verteilungsinstitutionen der Hauswirtschaft, sie waren, wie Polanyi schreibt, „eingebettet“ in die vorherrschenden Formen der Hauswirtschaft. Marktwirtschaft als ein System selbstregulierender Märkte, die „einzig und allein von Marktpreisen reguliert werden“ 1, habe es beim Güteraustausch nicht gegeben, obwohl die Institution Markt seit der späten Steinzeit verbreitet war.
Wenn in der Marktwirtschaft Marktpreise den Austausch regulieren, dann tritt zugleich eine Bewirtschaftung des Geldes zutage, die zunehmend die Marktwirtschaft befördert und beherrschen wird.
Auf der Insel hatte sich in England schon seit der Epoche der Tudor eine Reform der Agrarverfassung durchgesetzt, weil Grund und Boden zu verkäuflichen Gütern, zu Waren wurden. Im 17. Jahrhundert wurde die neue Agrarverfassung gesetzlich fixiert. Dieser rechtspolitische Akt hatte erhebliche soziale, ökonomische und politische Folgen. Ökonomisch setzte sich eine neue Schicht der aristokratischen Grundeigentümer durch, die Gentry, die in der unteren Kammer des englischen Parlaments ihre neuen bürgerlichen Interessen gegenüber dem politischen Vorrecht der Krone durchzusetzen gewillt waren. Neben dem Fernhandel wurden nun auch nach und nach andere Märkte in ein nationales Verteilungsnetz einbezogen. Ein wesentlicher Grund dafür war die immer weiter sich durchsetzende Lohnarbeit, die ein Resultat der „Expropriation“ (Marx), der Enteignung oder Freisetzung der bäuerlichen Schichten, war. Neben dieser „Reorganisation der landwirtschaftlichen Ressourcen“ (Haan/Niedhardt) traten weitere Entwicklungen hinzu, die die Kommerzialisierung förderten.
Die Bevölkerung wuchs und mit ihr strömten viele in die Städte, vor allem nach London. Außerdem zog die Kommerzialisierung ein starkes Anwachsen der Agrarpreise nach sich mit vergleichsweise geringem Lohnanstieg, aber großen Gewinnsteigerungen. Die Privatisierung von Grund und Boden und der Allmende, des gemeinsam genutzten Gemeindelandes, konzentrierte und zentralisierte den Boden in den Händen der Großgrundeigentümer, was neue Anbaumethoden (Anbau unbekannter Feldfrüchte etwa aus Übersee, Vierfelderwirtschaft, Einführung künstlicher Bewässerung und Trockenlegung von Hochlandwiesen) möglich machte. Kleine Bauernhöfe wurden zu einer einzigen Farm zusammengefasst (engrossing), um eine effektivere Bewirtschaftung zu ermöglichen. Marktorientierte Bauern oder Pächter pachteten neues Land, das zuvor von einem Kleinbauer in eigener Regie bewirtschaftet wurde, aber dessen Einkünfte immer weniger zur Sicherung des Lebensunterhalts der Familie ausreichten. Eine weitere Maßnahme, das Einhegen (enclosing)von Land, drängte die traditionelle Husbandry zurück und der neue marktorientierte Bewirtschaftungstyp „New Husbandry“ setzte sich durch. „To enclose land bedeutete die Auslöschung von common rights und damit das Ende der gemeinsamen Bewirtschaftung derjenigen Grundstücke, die von der encloure-Maßnahme betroffen waren. (…) Die Einhegungen betrafen sowohl Gemeindeweiden, die von den Dorfbewohnern genossenschaftlich bewirtschaftet (pasture common), als auch Felder und Wiesen, die im Rahmen der open-field-farming genossenschaftlich bewirtschaftet wurden (common arable fields or meadows). In dem erst genannten Fall wurde das eingehegte Stück Land aus der gemeinsamen Nutzung durch die Dorfgenossen in das Eigentum einer einzelnen Person überführt. In dem anderen Fall bedeutete die Einhegung das Ende der Gemeindekontrolle und damit zugleich das Ende der gemeinschaftlichen Abweidung des enclosed Land nach der Durchführung der Erntearbeiten. Der encloser erhielt damit das ausschließliche Verfügungsrecht über das ihm gehörende Land und brauchte bei dessen Bewirtschaftung nun keinerlei Rücksicht mehr auf irgendwelche kommunalen Vorschriften zu nehmen. Die Einhegung der common fields or meadows war in der Regel mit einer Flurbereinigung verbunden, bei der die Dorfgenossen ihren bisher in eine Vielzahl zerstreut liegender Feldstreifen aufgesplitterten Grundbesitz durch Tausch und Kauf zu kompakten Ländereien zusammenfassten, die dann als solche umzäunt oder eingehegt wurden.“ (Haan/Niedhardt, 82)
Die Entstehung von Großfarmen veränderte auch die ländliche Gesellschaft: in Landlords und Pächter auf der einen Seite und Landarbeiter auf der anderen. Es fand faktisch eine vom Staat unterstützte Enteignung eines großen Teils der ländlichen Bevölkerung zugunsten der Landlords und Großpächter statt. Thomas Morus hat diese Einhegungsmaßnahmen scharf kritisiert: „Damit also ein einziger Prasser, in seiner Unersättlichkeit eine unheilvolle Pest für sein Vaterland, einige tausend Morgen zusammenhängenden Ackerlandes mit einem einzigen Zaun einfrieden kann, werden die Pächter vertrieben; durch Lug und Trug umgarnt oder mit Gewalt unterdrückt, werden sie enteignet oder, durch Schikanen zermürbt, zum Verkauf gezwungen. Daher wandern die Unglücklichen in jedem Fall aus: Männer, Frauen, Ehemänner, Ehefrauen, Waisen, Witwen, Eltern mit kleinen Kindern und einer zahlreichen als wohlhabenden Familie, wie eben die Landwirtschaft vieler Hände bedarf. … was bleibt ihnen schließlich anders übrig, als herumzustreunen und zu betteln, obgleich sie auch dann als Landstreicher ins Gefängnis geworfen werden, weil sie sich müßig herumtreiben.“ 2 Ein Zeitgenosse von Thomas Morus rechtfertigte indes das enclosing: „Es ist kein richtiger Schluss, dass Entvölkerung vorhanden, weil man die Leute nicht länger ihre Arbeit im offenen Feld verschwendet sieht (…) Wenn nach Verwandlung kleiner Bauern in Leute, die für andere Arbeiten müssen, mehr Arbeit flüssig gemacht wird, so ist das ja ein Vorteil, den die Nation (…) wünschen muss (…). Das Produkt wird größer sein, wenn ihre kombinierte Arbeit auf einer Pachtung angewandt wird: So wird das Surplusprodukt für die Manufakturen gebildet, und dadurch werden Manufakturen, eine der Goldgruben der Nation, im Verhältnis zum produziertem Kornquantum vermehrt.“ 3 Viele Bauern mussten in die Städte ziehen und dort eine Beschäftigung als Arbeiter suchen und „dann erhält man einen Überschuss, und so wird das Kapital vermehrt.“ 4 London nahm 2/3 der „überschüssigen“ Landbevölkerung auf. Viele konnten dort aber keine Anstellung finden, sodass die Armut stieg. Ab 1550 stiegen die Getreidepreise, verglichen mit den durchschnittlichen Preisen von 1450 bis 1499, um das Vierfache, während die Löhne nur um das Doppelte stiegen. Dass die Löhne hinter den Lebenshaltungskosten hinterherhinkten, lag nicht nur am Überangebot an Arbeitskräften, sondern auch in zweiter Linie an der staatlichen Lohnpolitik, die mit der Festlegung von Höchstlöhnen das allgemeine Lohnniveau künstlich niedrig hielt. „Jeder außer einem Idioten weiß“, so Adam Smith, „dass die lower classes arm gehalten werden müssen, das sie sonst niemals fleißig sein werden.“ /Haan/Niedhardt, 76)
Um der Abwanderungsbewegung Einhalt zu gebieten und die „freigesetzten“ Arbeitskräfte in der ländlichen Region zu halten, wurde 1662 ein „Niederlassungsgesetz“ für das Landvolk erlassen, das die Vorschriften der so genannten „Gemeindeleibeigenschaft“ niederlegte und damit die enteigneten Bauern an die Gemeinde band. Sie wurden billige Arbeitskräfte auf den Großfarmen. Die Grundeigentümer „hoben die Feudalverfassung des Bodens auf, d.h. sie schüttelten seine Leistungsverpflichtungen an den Staat ab, entschädigten den Staat durch Steuern auf die Bauernschaft und übrige Volksmasse, vindizierten modernes Privateigentum, und oktroyierten schließlich… Niederlassungsgesetze.“ 5
Erst 1795 zu Beginn des Industriekapitalismus wurde das Niederlassungsgesetz von 1662 gelockert. Im gleichen Jahr aber ein „Zuschussgesetz“, das „Speenhamland-Gesetz“, eingeführt, das vorsah, „dass zusätzlich zu den Löhnen Zuschüsse bezahlt werden sollten,..,damit den Armen, unabhängig von ihren Einkünften, ein Minimaleinkommen garantiert werde.“ (Polanyi, 144) Erst 1834 wurde ein auf Wettbewerb beruhender Arbeitsmarkt in Großbritannien als letzter Teilmarkt eingeführt. Fast 200 Jahre wurde Lohnarbeit durch gesetzlich fixierte Zwangsarbeit gefördert.
Nicht von ungefähr haben im Rahmen der „Der Großen Transformation“ (Polanyi) der Güterverteilung während des 17. Jahrhunderts aufgrund der Durchsetzung der Marktwirtschaft und des bürgerlichen National-Staates in England zwei Begründer der politischen Ökonomie und – im Vergleich zum „ancien regime“ – des freiheitlichen Bürgerstaates die ideologischen Leitplanken einer neuen bürgerlichen Gesellschaftsordnung gelegt. William Petty hat auf der Grundlage eines Modells der Zirkulation, das Warenproduktion und Marktwirtschaft miteinander verbindet, die geldpolitische Grundlage des National-Staates nachzuweisen versucht und damit den Zusammenhang von Staatsmacht und ökonomischer Macht deutlich gemacht. Der andere, John Locke, begründet politisch auf der Grundlage eines idealiter und vernünftigen, naturrechtlich gebundenen Gesellschaftsvertrages die freie wirtschaftliche Betätigung des Bürgers und das Naturrecht des Privateigentums.
Der gemachte Mann
Vor dem oben skizzierten Hintergrund der neuen Agrarverfassung (New Husbandry), der kommerziellen Landwirtschaft, der englischen Kolonialpolitik in Irland und Übersee sowie der immensen Staatsverschuldung durch Kriege der puritanischen Politik wurde der Parteigänger Cromwells William Petty – Professor für Anatomie und Musik in Oxford sowie Generalarzt der Cromwellarmee in Irland – von Cromwell beauftragt, Irland in ein Kataster einzutragen und zu vermessen. Zweck dieses Auftrages war, Cromwell Gläubiger, die seine 40 000 Mann starke „Privatarmee“ finanzieren halfen, mit Grundbesitz zu entlohnen. Petty selbst bekam für diesen Auftrag 9 000 livres und zusätzlich 30 000 acres Land als Grundbesitz in Irland dazu.
Der aus einfachen Verhältnissen stammende Petty war ein gemachter Mann. So wurde er 1659 Parlamentsmitglied, verlor den Parlamentssitz dann aber wieder während der Stuart – Restauration. Karl II. verlieh ihm den „Knight Bachelor“, den Titel SIR. 1666 kehrte er nach Irland zurück, wo er 1687 starb.
Vater der englischen Verwaltungsstatistik
In seinem Anfang der sechziger Jahre verfassten „Treatise of Taxes and Contribution“ befasste Petty sich mit den Staatsfinanzen und Reformen der Staatseinnahmen, um diese zu erhöhen. Er entwickelte ein Surpluskonzept, wie Überschüsse abgeschöpft werden können. 6
Zuerst sucht er nach Staatsausgaben (Verteidigung, Beamtenbesoldung, incl. die des Königs, Bildung, Armenpflege und Infrastruktur), die gekürzt werden können. Ausnahmen bilden die Armenpflege und die Investitionen in die Infrastruktur. Arbeitsfähige ohne feste Anstellung (Tagelöhner, Bettler etc.) sollten innerhalb von Infrastrukturprojekten arbeiten. (Aus einem Verzeichnis aus dem Jahre 1688 geht hervor, dass von den 5 500 520 Einwohnern Englands 2 285 500 den Reichtum der Nation geschmälert, weil sie nicht gearbeitet, und 2 675 520 hingegen den Reichtum vermehrt hätten. Die Hälfte der englischen Bewohner seien Landstreicher, Diebe, Bettler usw.) Ihre Entlohnung sollte per Gesetz in einer solchen Höhe festgelegt werden, dass die Arbeiter überleben können („which should allow labourer but just wherewithall to live“). Wenn man dem Arbeiter mehr als das Notwendigste geben würde,“then he works but half so much as he could have done, and otherwise would.“ (Petty, in: Klingen, 26) An dieser Devise hielt sich die liberale Ökonomie der Klassik jahrzehntelang.
Dieses Verständnis für die „ursprüngliche Akkumulation“ von Kapital (Marx) schließt folgende Thesen mit ein:
- Lohnarbeit trägt zur Vermehrung des „Reichtums der Nation“ bei, denn blieben Arbeiter ohne Lohn, dann könne auch kein Reichtum aktualisiert werden. Arbeit schafft Wert.
- Ohne Lohnarbeit könne auch kein Surplus erwirtschaftet werden. „Arbeit sei der Vater des Reichtums.“ Petty wird als Begründer der Arbeitswerttheorie bezeichnet.
- Eine sich selbst überlassene Marktwirtschaft könne keinen zufrieden stellenden Beschäftigungsgrad erreichen. Der Staat müsse dafür sorgen.
In diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Petty, wie Ibrahim X Kendi 7 schreibt, 1677 eine „hierarchische Skala der Menschheit“ aufstellte, in der die „Neger“ die unterste Stufe einnahmen. „Mitteleuropäer unterschieden sich von Afrikanern >durch ihre natürlichen Sitten und Eigenschaften ihres Geistes< (Petty).“ (Kendi,66) 1679 genehmigte die englische Handelskammer die brutalen rassistischen Sklavengesetze, die die „Investitionen von Kaufleuten und Pflanzern sicherten, und rechtfertigte ihr Handeln dann mit einer rassistischen Idee.“ (66)
Die „spare hands“ afrikanischer Sklaven waren für Petty nicht nur ethisch menschlicher „Bodensatz“, sondern auch ökonomisch bestens geeignet, den Reichtum der „politischen Nation“, d.h. der aristobourgeoisen Oberschicht, zu mehren.
Erst 1834 wurde die Sklaverei in Großbritannien gesetzlich verboten, obwohl sie praktisch weiterbestand und das Gesetz den Rassismus der europäischen Moderne nicht unterbinden konnte.
Petty´s Methode
Um das Surplus-Konzept zu entwicklen, geht Petty von zwei empirisch fundierten Möglichkeiten aus.
Eine eher unwahrscheinliche Variante liege in der Enteignung von bestehendem Pachtland. Um das Haushaltsdefizit des Staates zu beheben, könnte der Staat einen Teil der privaten Ländereien per Vertrag zu Staatsländereien machen. Mit dem auf diesen Ländereien erzielten Erlös könnten die Schulden beglichen werden.
Das heißt, die Renteneinnahmen (rent of land) müssten anschließend in Geld transformiert werden. Nach Marx unterteilt Petty den Surplus value in rent of land und rent of money, wobei die Geldrente (mit anderen Worten der Geldzins) von der Agrarrente abhängig ist.
Dabei wäre aber zu überdenken, wie Petty später ausführt, die Bodenfläche nach bestimmten Kriterien hin zu analysieren. Diese Ergebnisse wiederum seien aber abhängig von zukünftigen ökonomischen und politischen Gegebenheiten. Außerdem wäre eine solches Modell nur in neuen Staaten (etwa in Republiken, wie nach Pettys Erfahrungen zu vermuten ist) praktikabel. Hinzu käme noch der Umstand, dass in schon existierenden Staaten feste Eigentumstitel festlägen. Und Eigentum ist sakrosankt.
In existierenden Staaten hingegen müsste ein anderes Modell gefunden werden, woraus der Staat Steuereinnahmen generieren könne. Petty entwickelt eine Besteuerung der Grundrente, die aus dem Surplus des Sozialprodukts entnommen werden müsste. Im Unterschied zu landläufigen Verträgen, die oft aus Willkür entstanden seien, müsse eine „richtige“ Methode, das heißt eine messbare und überprüfbare angewendet werden. Diese müsse induktiv vorgehen. Das Land müsse vermessen werden, man müsse einen Überblick über Gestalt, Fläche und Lage der Ländereien gewinnen. Außerdem müssten Qualität und Menge der Produkte festgestellte werden und das technische Know-how bekannt sein.
Petty definiert den gesellschaftlichen Surplus als Differenz zwischen den potentiell Erwerbstätigen, d.h. der Bevölkerungszahl minus Kinder, Greise und Kranke, und der zur Reproduktion der Arbeitskraft gegebenen Outputs notwendigen Arbeit. Für die Maximierung des Surplus komme es darauf an, die Differenz zu maximieren. Je weniger arbeiten müssten, den Output zu reproduzieren, um so größer sei die Differenz zwischen der Bevölkerung und der berechneten notwendigen Arbeitsmenge.
Als „Vater der englischen Verwaltungsstatistik“ bezeichnet, versucht Petty mit Hilfe von Daten ökonomische Sachlagen mathematisch darzustellen. Wie sein Bruder im Geiste Sir Dudley North (1641-1691), Parlamentsmitglied, Ökonom und Fernhändler, war auch Petty überzeugt, dass „Wissen in hohem Maße mathematisch geworden sei.“ 8 Pribram weist darauf hin, dass „diese Tendenz den Glauben an die Wirksamkeit der regulativen Wirtschaftspolitik der Regierungen“ (139) untergraben wird. So wendet sich Petty konsequenter Weise gegen staatliche Eingriffe in die „Gesetze der Natur“, die jene des Marktes seien als ein System der mechanischen Selbstregulation. Man kann Petty als den Ahn des ökonomischen Liberalismus bezeichnet, wie ihn später die hohen Priester des ökonomischen Liberalismus, Adam Smith, David Ricardo, J.St. Mills u.a. bis in unsere Zeit hinein vertreten. John Locke (1632-1704) komplementiert ideologisch den politischen Liberalismus.
Arbeit ist „der Vater“ – Natur „die Mutter des Reichtums“
„Alle Dinge sind Geschöpfe der Natur und der menschlichen Arbeit.“ (Petty) Arbeit sei produktiv und darin liege ihr Wert. Diese Bestimmung beziehe sich nicht allein auf die Herstellung materieller, sondern ebenfalls auf geistige Dinge, sofern sie einen Gebrauchswert besäßen. So zählt er ausdrücklich Soldaten zur Kategorie der produktiven Arbeit. Diese Kategorie spielt in der klassischen Theorie bis hin zu Marx eine bedeutende Rolle.
Was aber bestimmt den Wert eines Gegenstandes, eines Gebrauchswertes, wenn er auf dem Markt zur Ware wird?
„Wenn jemand eine Unze Silber aus dem Inneren der Erde in der selben Zeit nach London bringen kann, die er zur Produktion eines Bushels Korn brauchen würde, dann ist das eine der natürliche Preis des anderen; wenn er nun durch Abbau neuer und ergiebiger Bergwerke statt der einen zwei Unzen Silber mit dem gleichen Aufwand gewinnen kann, wird das Korn bei einem Preis von 10 Shilling pro Bushel ebenso billig sein wie vorher bei einem Preis von 5 Shilling, ceateris paribus. Nehmen wir an, die Produktion eines Bushel Korn erfordere ebensoviele Arbeit wie die einer Unze Silber.“ Dies sei zunächst der „reale und nicht der eingebildete Weg, die Preise der Waren zu berechnen.“ 9 Der Wert der Ware, der natürliche Preis (true Price Currant), wird durch die in ihr enthaltene Arbeitsmenge und Arbeitszeit bestimmt. Zwei qualitativ unterschiedliche Waren (Korn und Silber) werden quantitativ äquivalent ausgetauscht.
Nun stellt sich die Frage nach dem Wert der Arbeit.
Der Wert der Arbeit werde, so Petty, durch die Lebensmittel bestimmt, die notwendig seien, um das Leben der Arbeiter zu reproduzieren, das heißt, durch die Kaufkraft des Reallohns. Arbeit sei also, wie Adam Smith schreibt, „ursprünglich das Kaufgeld, womit alles andere bezahlt wird. Nicht mit Gold oder Silber sondern mit Arbeit wurde der Reichtum dieser Welt letztlich erworben.“ 10 Die Arbeitszeit bestimmt die Wertgröße.
„Das Gesetz sollte dem Arbeiter gerade das noch zum Leben Notwendige zugestehen; denn wenn man ihm das Doppelte zugesteht, dann arbeitet er nur halb soviel, wie er hätte tun können und andernfalls getan hätte; das bedeutet für die Gesellschaft einen Verlust der Ersparnisse von soviel Arbeit.“ (zitiert nach Marx, ebd.332)
Wie schon erwähnt, lebte um 1688 die Hälfte der englischen Bevölkerung in Armut. Zur Zeit der „Glorreichen Revolution“ nimmt der Handel mit „Negern“ einen mächtigen Aufschwung. Einen der ersten Staatsakte der neuen Monarchie unter Wilhelm von Oranien und der Mehrheit der liberalen Whigs im Unterhaus bestand darin, Spanien das Monopol im Sklavenhandel zu entreißen. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts erlangte England, das „Vaterland der europäischen Aufklärung“, die Vorherrschaft im Sklavenhandel. Der Liberalismus, der in den Postulaten individueller Freiheitsrechte seinen weihevollen Ausdruck findet, ging einher mit dem Rassismus.
Silber ist eine Ware wie jede andere Ware. Aber es fungiert auch als Geld. Damit ergeben sich zwei Probleme.
Was unterscheidet Geld von Ware? Silber als Geld erfüllt nur die Funktion eines Äquivalents. Es ist Tauschmittel und Zahlungsmittel. Eine Geldtheorie hat Petty nicht.
Ein zweites Problem hinsichtlich der Steuererhebung und Einziehung taucht auf. Falls der Geldwert des Silbers sich veränderte, also 90 Mann in 10 Jahren die gleiche Menge Silber wie 100 Mann im gleichen Zeitraum Korn produzierten, veränderten sich die faktischen Konditionen des Steuervertrages mit den Grundbesitzern. Fällt während der Laufzeit des Vertrages der Wert des Silbers, dann sind davon diejenigen betroffen, deren Revenue vertraglich fixiert ist. Sie können sich nicht über steigende Einnahmen für die steigenden Warenpreise schadlos halten. Solange die Rente im alten Geldwert festgelegt ist, sinken die Staatseinnahmen durch den Wertverlust des Silbers. Edelmetalle oder andere Gebrauchswerte sind keine geeigneten Maßstäbe auf der Suche nach einem stabilen Wertstandard, da sie selbst Wertveränderungen unterworfen sind. Hinzu kommt ein weiteres Problem. Wenn die Produktionsbedingungen für die Edelmetalle durch neue Techniken verbessert werden, dann steigt einerseits der „Reichtum“ der Nation oder des Staates, weil mehr Silber produziert wird, aber ihr Arbeitswert je Einheit ist gesunken. Andererseits steigt bei gegebenem Reallohn der Arbeiter ihr Geldlohn proportional zum Wertverlust des Silbers. Wenn die Arbeiterschaft in ihrer quantitativen Größe unverändert bleibt, also die Arbeitsmenge gleich bleibt, dann werden auch keine neuen Werte in der gleichen Zeit geschaffen, trotz des gestiegenen Reichtums. Reichtum und Wert sind zwei unterschiedliche Kategorien.
Petty bestimmt den Tauschwert oder den „natürlichen Preis“ durch die inkorporierten Arbeitsmengen, die ihrerseits von den natürlichen oder technischen Bedingungen abhängen. Je schlechter (besser) letztere sind, um so mehr (weniger) Arbeit braucht man, um eine bestimmte Ware zu produzieren und um so teuerer (billiger) wird die Ware sein. Der Tauschwert wird durch die Arbeitsmenge pro Zeiteinheit bestimmt. Marx wendet dagegen ein, „was den Wert bestimmt, ist nicht die Zeit, in welcher eine Sache produziert wurde, sondern das Minimum von Zeit, in welchem sie produziert werden kann, und diese Minimum wird durch die Konkurrenz festgestellt.“ 11
Entmaterialisierung der Welt
Die Philosophiegeschichte ordnet die Philosophie des 16. und 17. Jahrhunderts antithetisch unter die Kapitel Rationalismus und Empirismus ein. Beide Denkschulen fußen auf dem Dualismus von Materie und Geist, Körper und Seele, der seit der griechischen Antike nicht nur die Philosophie beherrscht. 12 Ich möchte an der Philosophie John Locke (1632 – 1704) nachweisen, dass der Empirismus ebenso wie der Rationalismus dem Zeitgeist der Entmaterialisierung und Mathematisierung in der Epoche des Handelskapitalismus entspricht.
Drei Strömungen europäischer Abstraktionskunst fügen sich in dieser Zeit zu einem großen, Mythen und Fantasie klärenden Strom zusammen, der sich von den britischen Inseln nach Nordamerika und dem europäischen Festland ergießt. Er nährt die neuen christlich – liberalen Werte des später so genannten „Westens.“
Die Quelle dieser Abstraktionskunst wird in den Geist des menschlichen Subjekts verlegt – genauer gesagt vorerst in das männliche und europäische Bewusstsein des denkenden Subjekts. Zuvörderst wird die traditionelle katholische Gotteserkenntnis (Theognosie), in der das Absolut-Eine, „Gottvater“, in der Gestalt Mensch als Jesus materialisiert in Erscheinung tritt – was schon die Nominalsten des Mittelalters in Frage stellten – sozusagen „entmenschlicht“ und als das Absolute schlechthin begriffen, und der „Sohn Gottes“, Jesus, wird ganz und gar Mensch.
So unterscheidet John Locke – im Geiste des Puritanismus erzogen, später Professor der Philosophie, der Medizin und der Naturwissenschaft – zwischen „Deisten“ und „Christen“. Menschen haben Gott zum König und unterstehen dem Gesetz der Vernunft; als Christen sehen sie ihren König in Jesus und sind dem von ihm geschaffenen Gesetz des Evangeliums unterworfen. Jeder Christ sei zugleich Deist, aber nicht jeder Deist Christ. Mit dieser Unterscheidung gibt er dem ethischen Prinzip der Toleranz Raum und attackiert zugleich den Dogmatismus der katholischen Kirche, die dem abstammungsgebundenen feudalen und absoluten Königtum seine ideologische Rechtfertigung gab. Durch diese Volte der Entzweiung des „Einen und Absoluten von Raum und Zeit“ wird Jesus die Rolle eines Messias zugewiesen. Gott wird zu einer vernünftigen Kopfgeburt, die zeit- und raumlos Vernunft zum Gesetzgeber erhebt. Die Figur Gottes wird zu einer vernünftigen Idee. Aus der auch ein „Recht der Natur“ spricht, das ebenso eine Idee der geistigen Natur des Menschen ist und ewig und überall herrscht und unveräußerlich ist, ergo eine Vorstellung oder Begriff ist. Im Gegensatz zum traditionellen Naturrecht, das durch eine äußere metaphysische Macht gesetzt wird, ist das neue europäische und bürgerliche Naturrecht ein Vernunftrecht und Gottesrecht zugleich. Die Menschenrechte des Individuums sein Inhalt. Für John Toland (1670 -1722), einer der vielen englischen Deisten, liegt die Göttlichkeit des Evangeliums in dessen Vernünftigkeit. Im Vorwort zu „Christianity not Mysterious“ beklagt Toland, „dass ein Mann nicht offen sagen und klar bekennen kann, was er in Sachen Religion denkt, während in der Wissenschaft die rationale Diskussion durchaus erwünscht ist.“ 13 Das Christentum sollte durch Entlastung von allen irrationalen Inhalten dem Zeitgeist angepasst werden; es sollte rationalen Kriterien unterworfen werden.
Der englische „Deismus“ in seinen verschiedenen Schattierungen übte großen Einfluss auf die kritischen Geister auf dem Kontinent aus, die auch den Gottesglauben in seiner christlichen Variante ablehnten und zu naturalistischen und materialistischen Auffassungen neigten.
Die Semiotik
Grundlage solcher komplexer Ideen wie der Göttlichkeit oder der des Naturrechts und Menschenrechts, die nach Locke allgemeine und abstrakte Ideen sind und vom Subjekt erzeugt werden, ist die Wissenschaft der Semiotik. Locke bezeichnet den menschlichen Geist als Vermögen beziehungsweise als Kraft der Ideenbildung. Der Geist vergleicht Ideen, trennt sie (analysiert), fügt sie zusammen (synthetisiert) und abstrahiert. Der Geist des Menschen ist gleichsam seine zweite „Natur“, die Recht und Werte setzt. Die Vernunft ist demzufolge das Vermögen der Ableitung von Folgen aus Grundsätzen.
Nach Locke haben sprachliche Ausdrücke dadurch Bedeutung, dass sie Zeichen von Ideen, von Bewusstseinsinhalten sind. Unabhängig davon sind artikulierte Laute nur Geräusche. Da Ideen nur unmittelbare Objekte des Bewusstseins sein können, so können Worte direkt nur Ideen bezeichnen, aber nicht etwas hinter diesen Seiendes (siehe Platonismus). Allgemeine Namen seien somit Zeichen allgemeiner Ideen, die Locke auch zusammengesetzte oder komplexe Ideen nennt. Diese nominalistische Position, die Locke von den mittelalterlichen Nominalisten um Wilhelm von Ockham übernimmt, schließt die traditionelle platonische und aristotelische Position aus, dass es in oder vor den Dingen Universalien gebe. Alles Reale ist nach Locke nur individuell begreifbar. Art- und Gattungsbegriffe sind nominelle Wesenheiten, das heißt keine Abbilder einer angeblich realen Allgemeinheit, sondern Ergebnisse der Abstraktion. Den Wortzeichen liegen also Ideen zugrunde. In seinem Essay Concerning Human Understanding (1690) untersucht Locke die Entstehung von Begriffen, wobei er die rationalistische Annahme, die Ideen seien angeboren (Innatismus) ablehnt, denn bei Geburt sei das Bewusstsein ein weißes Blatt (tabula rasa).Die Idee sei das Medium der Erkenntnis von Dingen der denkunabhängigen Außenwelt. In diesem Medium bilden sich die Dinge der Außenwelt in gewisser Weise ab. Diese Abbilder sind indes Konstruktionen des menschlichen Geistes. Locke konstruiert ein kausales und mechanistisches Wahrnehmungsmodell. Das menschliche Sensorium empfängt von den Außendingen „korpuskulare“ Beobachtungsdaten (äußere Erfahrung), die das Gehirn ursächlich reizen. Das Gehirn empfindet durch diese Sinneswahrnehmung (sensation) entweder durch einen oder durch mehrere Sinne einfache Ideen. Sie sind passiv registrierte Beobachtungsdaten. Sie sind konkret, zahllos und unbestimmt. Einfache Ideen gehen aber nicht nur auf die äußere Sinneswahrnehmung zurück, sondern auch auf den inneren Sinn (reflexion) sowie auf sensation und reflexion. Einfache Ideen bilden die Basis einer Rekonstruktion der Erkenntnis im Allgemeinen. Ideen der Reflexion betreffen Bewusstseinsvorgänge wie zum Beispiel das Wollen. Alle Bewusstseinsvorgänge beruhen auf Erfahrung von Beobachtungsdaten der Außenwelt, von den durch Abstraktion auch einfache Ideen durch Sensation und Reflexion gebildet werden können, wie z.B. Lust. Sowie es keine objektiven Begriffe der Zeit und Kraft geben kann, kann es nach Locke auch keinen freien Willen geben. Freiheit wird „als Vermögen, Handlungen vorzunehmen oder zu unterlassen“ definiert und von Willensfreiheit unterschieden.
„Die Frage, ob der Wille des Menschen frei sei, ist ebenso sinnlos, wie die, ob ein Schlaf geschwind oder eine Tugend viereckig sei. Denn Freiheit lässt sich ebenso wenig auf den Willen anwenden, wie die Geschwindigkeit einer Bewegung auf den Schlaf oder die Figur der Vierecks auf die Tugend.“ 14 Da der Wille ein Vermögen ebenso wie die Freiheit sei, könne einem Vermögen nicht ein Vermögen zugeschrieben werden. W.Röd hebt zutreffen hervor, dass es „sich hier um syntaktischen Nonsens bzw. um einen Kategorienfehler“ handele. 15
Locke definiert Wissen (knowledge)als „Perzeption des Zusammenhangs der Übereinstimmung und des Gegensatzes irgendwelcher Ideen (…) Wie die Dinge sind, spielt keine Rolle; Wenn ein Mensch nur die Übereinstimmung seiner eigenen Einbildungen beachtet und ihr gemäß spricht, ist alles Wahrheit, alles Gewissheit.“ 16 Daher unterscheidet Locke zwischen Tatsachenwissen, mathematischem und ethischem Wissen. Beim Tatsachenwissen geht es um die Beziehung zwischen Ideen und Dingen. Es muss gezeigt werden, dass und in welcher Weise Urteile objektiv gültig sind. Das ist dann der Fall, wenn Urteile ausschließlich reale Ideen enthalten. Der Bereich des Wissens kann nicht umfassender sein als der Bereich der Erfahrungen durch Sensation und Reflexion. Tatsachenwissen ist möglich, wenn alle Beziehungen der Wirklichkeit durchschaut werden können. Ein Faktum stellt noch kein Wissen dar. Naturwissenschaftliche Erkenntnis deutet Locke als hypothetische Erklärung von Tatsachen, die auf Beobachtung und Experiment gestützt ist und nicht mit dem Anspruch auftritt, endgültiges Wissen zu sein. In diesem Sinne leugnet Locke die Möglichkeit ewiger Wahrheiten, was aber nicht gilt im Zusammenhang der Beziehungen zwischen Ideen. Mathematisches Wissen, das von unbezweifelbaren Axiomen ausgeht, ist notwendig wahr, aber inhaltsleer. Axiome sind analytische Sätze, deren Wahrheit aufgrund der Beziehungen der in ihnen vorkommenden Begriffe behauptet werden kann. Sowohl auf Mathematik als auch auf die Ethik treffe dies zu, weil es sich um Wissen auf Grund archetypischer Begriffe (Urbilder) handelt, bei dem die Frage der objektiven Gültigkeit überhaupt nicht zu stellen sei.
„Das 17.Jahrhundert hat ein Schema des wissenschaftlichen Denkens hervorgebracht, das von Mathematikern für Mathematiker geschaffen war. Die wichtigste Eigenschaft des mathematischen Geistes ist seine Fähigkeit, mit Abstraktionen zu arbeiten und aus ihnen klar umrissene beweiskräftige Gedankenketten zu ziehen, die so lange völlig hinreichend sind, wie man eben über genau diese Abstraktionen nachdenken will. Der gewaltige Erfolg der wissenschaftlichen Abstraktionen, die einerseits der Materie mit ihren einfachen Lokalisierungen in Raum und Zeit, andererseits dem wahrnehmenden, leidenden, denkenden, aber nicht eingreifenden Geist Rechnung tragen, hat der Philosophie die Aufgabe zugeschoben, sie als die konkrete Darstellung des Tatsächlichen anzuerkennen. Das war der Ruin der modernen Philosophie.
Da sind die Dualisten, die Materie und Geist als gleichbegründet anerkennen, und die beiden Spielarten von Monisten: Jene, die den Geist in die Materie stecken, und jene, die die Materie in den Geist verlegen. Aber dieses Jonglieren mit Abstraktionen kann niemals die innere Verwirrung überwinden, die dadurch aufkam, daß man dem wissenschaftlichen Schema des siebzehnten Jahrhunderts die unzutreffende Konkretheit zugeschrieben hat.“ (Alfred North Whitehead) 17
Das Recht der „Zweiten Natur“ des Menschen oder das bürgerlich-liberale Naturrecht
Die Abhandlung >Two Treatises on Government< schrieb Locke vor der Revolution von 1688, obwohl sie erst 1690 erschien, sodass der Eindruck entstehen konnte, seine Staatstheorie sei eine Rechtfertigung der Revolution, die eine Stärkung des von den Puritanern und den Whig-Liberalen dominierten Parlaments mit sich brachte. Locke schreibt im Interesse dieser „Parteiungen“ – des englischen Bürgertums.
Locke übernimmt die kontraktualistische Position von Thomas Hobbes, modifiziert sie aber entscheidend. Beide definieren politische Gewalt als das Recht der Rechtsetzung und Durchsetzung zum Zwecke des Allgemeinwohls. Die staatliche Gewalt nennen beide Staatshoheit resp. Staatsmacht (Staatssouveränität). Nach Hobbes kommt diese Souveränität entweder einem Einzelnen oder einer Gruppe zu. Diese höchste Gewalt wird erlangt, „wenn Menschen miteinander übereinkommen, sich willentlich einem Menschen oder einer Versammlung von Menschen zu unterwerfen, im Vertrauen darauf, von ihnen gegen alle anderen geschützt zu werden. Dieser Fall kann <politischer Staat< oder >Staat durch Ersetzung< genannt werden.“ (Hobbes, Leviathan) Locke hingegen lehnt diese Art des Gesellschaftsvertrages ab. Die staatliche Gewalt müsse bei den Vertragschließenden, den Staatsbürgern, bleiben. Mit dieser Konstruktion begründet Locke den Begriff der Volkssouveränität. Da zu seiner Zeit nur jene in der Lage waren, einen Vertrag zu schließen, die Eigentum besaßen und mit dem entsprechenden finanziellen Möglichkeiten, einen Parlamentssitz zu erwerben, kann man konkret davon ausgehen, dass Locke das Bürgertum – Gentry, Citizen, Peerage und Yeoman – zum staatstragenden und vertragschließenden Bürgertum rechnete.
Wenn Staatssouveränität von den Staatsbürgern ausgeht, dann dürfen die Staatsgewalten -Legislative, Exekutive und Judikative – nicht in einer Hand liegen, sondern müssen getrennt sein. Außerdem sei eine Identität von Staatsmacht und Staatsgewalt abzulehnen. Locke führt in seine Staatstheorie die Gewaltenteilung, das Kontrollrecht und das Mehrheitsrecht ein. Allesamt sind Faktoren, die im Interesse der bürgerlichen Gesellschaft lagen.
In einem vorgestellten Naturzustand, einem staatenlosen Zustand, habe der Mensch zweierlei Gewalten: „… alles zu tun, was innerhalb der Grenzen des Gesetzes der Natur für die Erhaltung seiner selbst und anderen Menschen als richtig ansieht. (…) die andere (..) Gewalt, Verbrechen zu bestrafen.“ 18 Durch dieses „Gesetz der Natur“ bilden die Individuen schon im Naturzustand eine „einzige Gemeinschaft und formen eine Gesellschaft“ (Locke,145) Diese Gemeinschaft ist von „Natur“ aus eine Wertgemeinschaft, deren moralische Werte in der Erhaltung „natürlicher Gesetze“ liegt: a.) Erhalte dich, andere und die Natur Gottes, b.) erhalte deine Gesundheit und die der anderen, c.) erhalte dein Leben und das der anderen und e.) erhalte dein Eigentum und das der anderen.
Diese „Naturgesetze“ sind Ausdruck eines auf Gott zurückgehenden Naturrechts, das Menschenrechte konstituiert, die ihrerseits ewig, unabänderlich und unveräußerlich seien. Locke verbindet sozusagen individuelle bürgerliche Freiheitsrechte mit Gott, dem Glück des Einzelnen und dem Allgemeinwohl der „Nation“, den Wohlhabenden, und diesen Wohlstand mit Geld.
Individuelle Freiheiten – im Besonderen das Eigentum – Gott, Glück und Geld – das sind die ideologischen Grundfesten des Bürgertums.
Da im Naturzustand ein jeder Richter in eigener Sache ist, also eine moralische Gesellschaft der Einzelnen ist, und jeder seinen eigenen Urteilsspruch gemäß dem „Naturgesetz“ ausführt und auch ein an das Naturgesetz angepasster Maßstab für Recht und Ordnung fehlt, schließt die „natürliche Gesellschaft und Gemeinschaft“ einen Vertrag. Damit geben die Menschen ihre ursprüngliche Gewalt auf und übergeben sie repräsentativen Institutionen (Repräsentationsprinzip). Die oberste und erste Staatsgewalt ist das Parlament.
Die Staatsform einer absoluten Monarchie lehnt Locke kategorisch ab, da ihr die Autorität einer Volkssouveränität fehle, „da die Menschen (…) von Natur aus alle frei und unabhängig sind, kann niemand ohne seine Einwilligung aus diesem Zustand verstoßen und der politischen Gewalt eines anderen unterworfen werden. Die einzige Möglichkeit, mit der jemand diese natürliche Freiheit aufgibt und die Fesseln der bürgerlichen umlegt, liegt in der Übereinstimmung mit anderen, sich zusammenzuschließen und in eine Gemeinschaft zu vereinigen, mit dem Ziel ein behagliches, sicheres und friedliches Miteinanderlebens, in dem sicheren Genuss ihres Eigentums und in größerer Sicherheit gegenüber allen, die nicht zu dieser Gemeinschaft gehören.“ (ebda.140) Diese Gemeinschaft bildet einen „politischen Körper“, in dem die Mehrheit das Recht hat zu handeln und die anderen mit zu verpflichten. Die Mehrheit der im Gesellschaftsvertrag vereinigten Gesellschaft kann die gesamte Gewalt der Gemeinschaft anwenden, „um der Gemeinschaft von Zeit zu Zeit Gesetze zu geben und diese durch Beamte vollstrecken zu lassen. In diesem Fall ist Form der Regierung eine vollkommene Demokratie. Oder sie kann die Gewalt der Gesetzgebung in die Hände einiger ausgewählter Männer und ihren Erben oder Nachfolgern legen, dann ist sie eine Oligarchie, oder aber in die Hände eines einzelnen Mannes, dann ist sie eine Monarchie.“ (146)
Das „heilige Eigentum“
Das „große und hauptsächliche Ziel“ – so Locke – sei „die Erhaltung des Eigentums“(143), das zu einem natürlichen Recht des Menschen erklärt wird und deshalb einen moralischen Wert der >vorstaatlichen< Gemeinschaft darstellt. Dort aber in ständiger Gefahr verbleibt, verletzt und nicht bestraft zu werden. Das Eigentumsrecht sei universell. Es könne nicht genommen oder veräußert werden. Ein Grund liege darin, dass das Eigentum an die eigene Person geknüpft sei, also Privateigentum ist. Da ein jeder sich selbst erhalten müsse, um zu leben, müsse er arbeiten. Das was die Person erarbeitet, gehört ihr, da er selbst Eigentümer seiner Person ist. Das über Arbeit Angeeignete nennt Locke Gütereigentum, das dem Eigenbedarf dient, dem durch das Naturgesetz Aneignungsschranken gesetzt werden, da im Naturzustand nur Güter durch Arbeit angeeignet werden dürfen, die unmittelbar dem Verbrauch dienen. Horten von Gütereigentum würde ein Diebstahl an den natürlichen Ressourcen bedeuten, die allen gehören.
Der Idee eines „vorstaatlichen“ Zustands, des Naturzustands, liegt methodologisch die Perspektive des einzelnen Subjekts (methodologischer Individualismus) zugrunde, das sich naturgedrungen mit anderen zusammenschließen muss. Ein Robinson- Leben widerspricht dem vernünftigen Postulat der Selbsterhaltung menschlicher Natur und ihrer vernünftigen Gesetzlichkeit. Diese ursprüngliche Gemeinschaft beruht auf der moralischen Erkenntnis, das man sich und anderen nicht schaden sollte. Aber der Mensch hat nicht nur seine „geistige und zweite“ Natur. Er ist nicht nur vernünftig. Er lebt in seiner leiblichen, die er ernähren muss. Die Begriffe Eigentum und Person werden als juristische Titel dadurch „geheiligt“, weil sie zu einer anthropologischen und naturgesetzlichen Konstante philosophisch überhöht werden, um sie ideologisch und politisch unangreifbar zu machen. Das Eigentumsrecht wird aus der Arbeit als Substanz der Person hergeleitet. Locke verbindet die Rechtfertigung des Privateigentums mit der vorkapitalistischen Haushaltsökonomie der Bedarfsdeckung. Diese Bedarfsökonomie gilt indes nur solange, solange es keine Geldwirtschaft gibt, die ihrerseits nur innerhalb einer Marktwirtschaft existieren kann. Geld verändert die Gesellschaft des Naturzustandes, denn es ist in der Marktwirtschaft nicht nur ein Tausch-und Zahlungsmittel, sondern Kapital. Geld begreift Locke als Konvention.
Mit der Geldwirtschaft treten Einkommensunterschiede in der natürlichen Gesellschaft auf und der Kampf um Anteile an Land und Kapital beginnt, so Locke. Der Kapitalbesitzer könne nun auch das Recht auf Erwerb von Arbeitskräften erhalten, da er nun auch Kapitaleigentümer sei. Er sei deshalb in der Lage, Arbeitskräfte zu beschäftigen, weil er mehr Arbeitsprodukte angesammelt habe als andere. Er ist klüger, sparsamer und fleißiger gewesen. Er hat eine genügsamen Leben geführt. 19 Er ist seines „eigenen Glückes Schmied“ – deshalb weil er sowohl nach dem Gottesrecht als auch nach dem Naturrecht gehandelt und gelebt hat. In der puritanischen Prädestinationslehre fügen sich diese ideologischen Elemente zu einem harmonischen Ganzen.
In dem Übergangsstadium von der Bedarfsgemeinschaft zu einer Gesellschaft von Kapitalbesitzern wird die Einrichtung einer politischen Gemeinschaft per Gesellschaftsvertrag zur Notwendigkeit, um den Schutz des Privateigentums zu gewährleisten.
Locke erweist sich nicht nur als Begründer des politischen Liberalismus, des bürgerlichen Staates, sondern als Rechtfertiger des Privateigentums. „Im 17. Jahrhundert musste eine Sozialtheorie, die den neuen wirtschaftlich-sozialen Bedingungen gerecht werden wollte, insbesondere die uneingeschränkte Freiheit der Kapitalakkumulation und der Verfügung über Kapital zu begründen suchen und gleichzeitig Lohnarbeit als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Sie musste darüber hinaus den ungleichen Eigentumsverhältnissen Rechnung tragen, die mit den neuen Produktionsbedingungen in der Manufaktur und in der Landwirtschaft eingetreten war, ohne aber damit die Annahme der natürlichen Chancengleichheit aller einzelnen aufzuheben.“ 20 Locke Sozialtheorie hat diesem Bedürfnis Genüge geleistet.
Das mathematische Schema des 17. Jahrhunderts gründete noch auf der Quantifizierung und Metrisierung so wie der Warenverkehr auf Zahlung und Messung. „Erfolg und Grenzen der Mathematik sind abhängig von den historischen Entwicklungsstandards mathematischer Methoden und Theorien.“ 21 Zähl-und Messverfahren für Raum und Zeitdistanzen, Flächen, Volumina und Gewichte waren erste Ansätze der Mathematik, bei denen die natürlichen Zahlen und elementare geometrische Kenntnisse vorausgesetzt wurden. Für die Ökonomie der Markt- und Geldwirtschaft spielten die Messverfahren für Zeitdistanzen und Gewichte eine zentrale Rolle. Da die Herstellung der Produkte vor dem Verkauf stattfand, rückte die Arbeit in den Fokus der Theorie als Wert setzend. Zeit wurde zum Maßstab der Wertgröße.
Diese Stufe der Abstraktionskunst hatte noch einen konkreten Bezug zu den Dingen. In der pythagoreischen Tradition wurden Größenverhältnisse der Geometrie, Arithmetik, Musik und Astronomie in Proportionsgleichungen dargestellt. Wobei der Faktor Größe anfangs noch als stoffliche Ausdehnung begriffen wurde. „Noch I. Newton mathematisierte seine Mechanik >more geometrico< im Sinne der axiomatisch-synthetischen Geometrie Euklids.“ (809) Erst ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde in die Physik die analytische Methode der Infinitesimalrechnung verwendet, in der „unendliche“ Prozesse und der rechnerische Umgang mit Ausdrücken zu ihrer Erfassung untersucht werden.
In dieser Stufe der Abstraktionskunst werden unendliche Reihen und Grenzwerte untersucht. Leibniz hat diese Methoden der Differenzial- und Integralrechnung als gleichbedeutend mit „unendlich klein“ von geometrischen Größen gebraucht.
Diese Kunst der Abstraktion wurde im 16. und 17. Jahrhundert philosophisch als ein pures geistiges Vermögen dem Menschen zugeschrieben, das göttlicher Natur sei. Der Vernunft schrieb man die Rolle eines geistige Werkzeugs zu. Da der Mensch aber auch ein stoffliches Wesen und daher im Gegensatz zu seinem Geist und seiner Seele vergänglich sei und irren könne, müsse diese Geistesgabe von einer göttlichen metaphysischen Existenz her stammen (Cartesianischer Dualismus). Mathematik als die reine Wissenschaft des Geistes sei „heilig“, denn durch sie erlange der Mensch allein Gewissheit.
Vom Symbol zum Zeichen
Hegel unterschied zwischen Symbol und Zeichen. Im Symbol fallen Bild und Bedeutung zusammen. So vereinen sich zum Beispiel im Gold und Silber der Münze ein Bild vom Reichtum und die Zahl als Zeichen. „Wo bezeichnet wird, ist die Intelligenz mit dem Inhalte der Anschauung fertig geworden und hat den sinnlichen Stoff eine ihm fremde Bedeutung zur Seele gegeben.“ 23 Das Zeichen ist eine aus dem Symbol abgeleitete Abstraktion. Marx unterscheidet dem Begriffe nach trennscharf zwischen Funktion des Geldes als allgemeines Äquivalent und der Anschauung des Geldes im Symbol des Edelmetalls. Symbol und Zeichen stehen in keinem notwendigen Zusammenhang. Die Funktion des Geldes bestimmt den Begriff des Geldes.
In seiner „Archäologie der Begriffe“ verfolgt Erich Hörl die Spur der Entsinnlichung der Denkbilder vom Symbol zum Zeichen, von der Anschauung zur Formalisierung. „Die Existenz der Dinge ging nicht mehr irgendwelchen sie bloß darstellenden Symbolen vorher, die Dinge waren nicht mehr der Existenzgrund der Symbole, sondern das Sein war umgekehrt und in aller axiomatischen Härte gedacht zuallererst eine Funktion widerspruchsfreier Symbolsysteme. Das war die Quintessenz der großen epistemologischen Transformation.“ 22
Einen weiteren Schritt unternimmt George Boole (1815-1864). Er begründet die mathematische Logik in seinem Hauptwerk >An Investigation of the Laws of Thought< (1854) Er will ein vollständiges System des Denkens „auf Basis seiner durchgängigen logisch-mathematischen Formalisierung“ entwickeln (Hörl, 72). Die Logik sollte mit einer auch immer gearteten Metaphysik nichts mehr zu tun haben. Booles Hauptwerk gilt als Gründungsurkunde des strukturellen Denkens. Die Deutung von Zeichen unterliegt der Konventionen, d.h. sie können in jedem beliebigen Sinne gebraucht werden.
Gottlieb Frege (1848-1925) vollendete schließlich die „Subversion des Symbolischen“ (Hörl). Er interessierte sich nur noch für die Notationen von reinen Denkformen, in denen jede repräsentative Funktion getilgt ist. In dieser radikalen Formalisierung unterscheidet sich sein Programm vom klassischen universalsprachlichen Ordnungsprogramm des 17. und 18. Jahrhunderts. „Symbolische Denken wurde so jeder substanzlogische Rest und jeder Hang zum Bilderdienst genommen.“ (Hörl, 92)
Friederich Nietzsche (1844-1900) entgegnet diesem Denken, dass nur naive Menschen glauben können, dass „die Natur des Menschen in eine rein logische verwandelt werden könne…“ 24
Als Strukturwissenschaft wird die Mathematik auf alle Bereiche der gesellschaftlichen Realität angewendet. So verknüpft die neoliberale Markttheorie mathematische Formalisierung und Informationstechnologie. In ihren perfekten Marktmodellen, die keine Beschreibung realer Marktverhältnisse darstellen, sondern Idealabstraktionen sind, operieren diese mit einem Konzept von Information, „das selbst wiederum von physischen Gegebenheiten – wie den Unbequemlichkeiten von Produktion, Verschleiß oder Transport – absieht und eher den Posten eines platonischen Eidos oder einer aristotelische Form besetzt.“ 25
Fußnoten
- Karl Polanyi, The Great Transformation, Politische und ökonomische Ursprünge von gesellschafts- und Wirtschaftssystemen, suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1978, S.71
- Thomas Morus, Utopia, in: Büchergilde Gutenberg, Frankfurt 1986, S. 35f.
- J.Arbuthnot, An Inquuiry into the Connection between the present Prices of Provisions, zitiert nach: Karl Marx Das Kapital, MEW Band 23, S. 755
- R.B.Seeley, The Perils of the Nation, London 1843, in K.Marx, MEW 23, S. 755
- Karl Marx, MEW 23, S. 751
- Heino Klingen, Politische Ökonomie der Präklassik, Metropolis 1992
- Kendi, Gebrand-Markt, Die wahre Geschichte des Rassismus in Amerika, C.H.Beck, 2018, S. 66
- K. Pribram, Geschichte des ökonomischen Denkens, Band 1, suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 1998, S. 139
- Petty, zitiert nach Marx, in: Theorien über den Mehrwert, MEW 26.1, Dietz 1971, S. 332
- Adam Smith, Der Wohlstand der Nationen, dtv. 11.Auflage 2005, S. 28
- Marx, MEW Bd. 4 Dietz 1972, S. 95
- siehe auch Siri Hustvedt, Die Illusion der Gewissheit, Rowohlt, 2018
- Geschichte der Philosophie,Hrsg. Wolfgang Rad Bd.VIII, Verlag C.H.Beck, S. 152
- John Locke, Über den menschlichen Verstand, Meiner Verlag 1976, S. 285
- W.Röd, a.a.O. S. 55
- W.Röd, S. 48
- in: Siri Hustvedt, Die Illusion der Gewissheit, Rowohlt, 2018, S. 39
- John Locke, Zwei Abhandlungen über die Regierungen: Klassische Texte der Staatstheorie.Hrsg. N.Hoerster, dtv. Wissenschaft 1987, S. 144
- Siehe: Max Weber, Die Protestantische Ethik
- Wolfgang Röd, Geschichte der Philosophie, Verlag C.H.Beck,1984,S. 60
- Enzyklopädie-Philosophie und Wissenschaftstheorie, Verlag J.B. Metzler Bd.2, 2004, S .809
- Erich Hörl, Die heiligen Kanäle, Diaphanes Verlag, Berlin 2004, S. 56
- Hegel, Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaft im Grundrisse, 1830, 3.Teil Die Philosophie des Geistes, Werke 10, Frankfurt/M. 1986, S. 268
- Fr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, Von den ersten und letzten Dingen, Parkland Verlag 1999, S. 23
- Joseph Vogel, Kapital und Ressentiment, Eine kurze Theorie der Gegenwart, C.H.Beck 2021, S. 46